Was passiert beim Schluckauf?

35 Millisekunden lang tut der Körper so, als ob er einatmen würde. Das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur ziehen sich zusammen, die Rippen weiten sich. Doch dann passiert´s. Die eingesogene Atemluft prallt mit einem lauten Hicks auf die geschlossene Stimmritze.

Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Die Frequenz ist bei jedem unterschiedlich. Sie reicht von 4-60 mal pro Minute bis 100 mal pro Minute. Ausgelöst wird er bei emotionalem Stress, Magenblähungen (v.a. nach dem Genuß von kaltem Bier) oder bei plötzlichem Temperaturwechsel.

Was soll der Schluckauf?

Sind Sie dem Kleinkindalter entwachsen, ist Schluckauf eine biologisch sinnlose Angelegenheit. Sinn macht Schluckauf nur, solange wir uns im Fruchtwasser der Gebärmutter aufhalten. Dort müssen wir uns auf die Geburt vorbereiten, v.a. auf die Atmung. Deshalb trainieren wir unsere Atemmuskulatur regelmäßig. Eine Trainingseinheit dauert im Schnitt zwischen 4 und 8 Minuten, insgesamt sind wir damit 2,5% unserer pränatalen Zeit beschäftigt. Das Problem, dabei das Fruchtwasser einzuatmen, umgehen wir ganz geschickt, indem wir die Stimmritze ganz schnell (35 Millisekunden später) und fest verschließen. Diesen primitiven Reflex bringen wir mit auf die Welt: im Kleinkindalter hicksen wir 3000 mal häufiger als im Erwachsenenalter.

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